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Blutsbande

Gepostet von am Jan 30, 2019 in Filmtage, Top Stories | Kommentare deaktiviert für Blutsbande

Was ist es nur, das die zehnjährige, schmächtige Vittoria derart magisch zu dieser ausgeflippten, unangepassten, mannstollen und ewig betrunkenen Frau namens Angelica zieht? Schliesslich hat Vittoria Eltern, die sie äusserst liebevoll umsorgen, und mit Tina eine Mutter, die sich aufopfert für sie und zu der das Mädchen ein fast symbiotisches Verhältnis lebt. Ist es die Unbeschwertheit und auch die plötzlich hervorbrechende zutiefst verletzende Bosheit von Angelica? Oder ihr ebenso wirres rotblondes Haar, wie es auch Vittoria hat und das sie zur Aussenseiterin unter ihren Schulkameraden macht?  Was auch immer: Vittoria schleicht sich mehr und mehr auf den abgelegenen Bauernhof von Angelica, verbringt ganze Tage mit ihr, lässt sich auf gefährliche Experimente ein. Und eines Tages stellt das Kind die entscheidende Frage: «Bist du meine Mutter?» Um dann zu hören, dass dies zwar die Wahrheit sei, aber Angelica ihr Kind...

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Reise zur Selbstbestimmung

Gepostet von am Jan 30, 2019 in Filmtage, Top Stories | Kommentare deaktiviert für Reise zur Selbstbestimmung

«Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse». Ein solcher Titel weckt die Neugier – nicht nur beim Regisseur Michael Steiner, der das Buch mit demselben Titel von Thomas Meyer denn auch sofort verfilmen wollte. Sondern auch beim Publikum, das die bereits im vergangenen Oktober in den Schweizer Kinos angelaufene Komödie in hellen Scharen anschauen geht. Dieser Motti Wolkenbruch – einfühlsam gespielt von Joel Basman – kann einem leid tun. Er hat eine schrecklich dominante Mutter, welche ihn in ewiggestrige jüdisch-orthodoxe Traditionen pressen will. Ihr grosses Ziel ist, für Motti eine passende Frau zu finden, selbstredend eine jüdische Frau. Doch keine dieser jungen Damen, welche ihm die Mutter unermüdlich zuführt, gefällt ihm. Umso mehr verdreht ihm jedoch die unbeschwerte Mitstudentin Laura den Kopf. Leider ist sie eine «Schickse», also eine Nichtjüdin, was die Familie Wolkenbruch in eine grössere Lebenskrise...

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Kolumbien. Von ganz nah besehen.

Gepostet von am Jan 29, 2019 in Filmtage, News, Top Stories | Kommentare deaktiviert für Kolumbien. Von ganz nah besehen.

«Erwache Christ, die Verfolgung kommt….» , dieses Lied hat ihm die Mutter jeden Tag vorgesungen, erinnert sich Felipe Monroy beim Anflug auf Bogotà. Hier wurde er geboren, hier verlebte er eine bittere Kindheit, hierher kehrt er nach zehn Jahren Emigration zurück. Mit einer Idee, genauer: dem anspruchsvollen Projekt, die Erinnerungen an seine Kindheit in einem Film aufzuarbeiten. Es dürfte ihn einiges an Überzeugungskraft gekostet haben, bis seine Mutter vor der Kamera so freimütig  über ihr Leben und ihre politischen Ansichten erzählt. Noch schwieriger waren sicher die Interviews mit seinem Vater, der die Familie sehr früh verlassen hatte und seither als Obdachloser auf der Strasse lebt. Das ganze Elend dieser Familie, die allgegenwärtige Gewalt in diesem Land, das seit fünfzig Jahren im Kriegszustand ist, die bigotte Frömmigkeit, die dem arg gebeutelten Volk wenigstens für später den Himmel verspricht… all das...

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Wilde Wüste, wildes Kind

Gepostet von am Jan 29, 2019 in Filmtage, Top Stories | Kommentare deaktiviert für Wilde Wüste, wildes Kind

Es ist unglaublich, dieses Kind. «Rühr mich nicht an», schreit die etwa zehnjährige Frida, wenn ihr ein Fremder die Hand auf den Arm oder den Kopf legen will, «fuck you», teilt sie aus, wenn ihr etwas nicht passt. Schon ihr erster Auftritt im Film «My Little One» ist beeindruckend: Alex und Bernardo, zwei Männer, die einst eng befreundet waren, stehen am Strassenrand in der Wüste von Arizona und wissen nicht, ob ihre damalige Freundin und Geliebte Jade, die sie aus unerfindlichem Grund in diese Einöde bestellt hat, sie auch wirklich abholen wird. Da braust ein bulliger Truck an, am Steuer die kleine, wilde Frida, die «hopp, steigt ein» ruft und in haarsträubendem Tempo zu einem einsamen Mobilhome kurvt. Ihre Mama Jade schläft, sie kriecht zu ihr ins Bett, die beiden Besucher können selber schauen, wo sie bleiben. So haben...

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Der Wind, der alles verändert

Gepostet von am Jan 25, 2019 in Filmtage, Top Stories | Kommentare deaktiviert für Der Wind, der alles verändert

Der Wind. Er fegt über die einsamen Jurahöhen. Er treibt das riesige, fast monströse Windrad an, das Alex und Pauline Strom liefern soll, der nicht aus einem AKW oder einer sonst suspekten Quelle kommt. Sie wollen unabhängig sein, ihren Bauernhof im Einklang mit der Natur bewirtschaften, sie sind Selbstversorger und glücklich damit.  Der Wind. Irgendwann dreht er, so auch der Titel dieses Films von Bettina Oberli: «Le vent tourne». Im Volksmund braucht man diesen Ausdruck, wenn sich etwas Neues bewegt, eine grosse Veränderung bevorsteht. Diese Veränderung tritt mit Samuel, dem lockeren, smarten, lebefreudigen Ingenieur in ihr Leben, welcher für mehrere Tage auf den einsamen Hof kommt, um die Windturbine zu installieren. Pauline verfällt ihm, sie realisiert plötzlich die Enge, in der sie lebt, sie sieht das fast sektiererisch-grüne Leben an der Seite von Alex, den sie doch geliebt hat,...

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