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Blutsbande

Blutsbande

Was ist es nur, das die zehnjährige, schmächtige Vittoria derart magisch zu dieser ausgeflippten, unangepassten, mannstollen und ewig betrunkenen Frau namens Angelica zieht? Schliesslich hat Vittoria Eltern, die sie äusserst liebevoll umsorgen, und mit Tina eine Mutter, die sich aufopfert für sie und zu der das Mädchen ein fast symbiotisches Verhältnis lebt. Ist es die Unbeschwertheit und auch die plötzlich hervorbrechende zutiefst verletzende Bosheit von Angelica? Oder ihr ebenso wirres rotblondes Haar, wie es auch Vittoria hat und das sie zur Aussenseiterin unter ihren Schulkameraden macht? 

Was auch immer: Vittoria schleicht sich mehr und mehr auf den abgelegenen Bauernhof von Angelica, verbringt ganze Tage mit ihr, lässt sich auf gefährliche Experimente ein. Und eines Tages stellt das Kind die entscheidende Frage: «Bist du meine Mutter?» Um dann zu hören, dass dies zwar die Wahrheit sei, aber Angelica ihr Kind damals so hässlich fand, dass sie es gleich nach der Geburt Tina geschenkt habe. 

Wie stark sind Blutsbande? Stärker als die Liebe und Fürsorge einer «fremden» Frau?  Das ist die Kernfrage im Film «Figlia mia» von Laura Bispuri. Sie lässt sich nicht so einfach beantworten. Vittoria hat ihre eigene Lösung gefunden, sie nimmt ihre leibliche Mutter und die gefühlsmässige Mama an die Hand und ruft: Andiamo. Zu dritt werden sie die Zukunft vielleicht schaffen. 

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