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The Song of Mary Blane

The Song of Mary Blane

Wenn einer im 19. Jahrhundert aufbrach, um die weite Welt zu entdecken, war er ein überaus mutiger und abenteuerlustiger Mensch. Denn zu dieser Zeit stieg man nicht einfach in ein Flugzeug, sondern musste beschwerliche Wege, Tage auf dem Rücken eines Pferdes oder Kamel und weite Fussmärsche auf sich nehmen. Umso bewundernswürdiger waren Pioniere wie der 1828 geborene Frank Buchser aus Feldbrunnen bei Solothurn: Er war von seinen Reisen in Spanien und vor allem der Pracht der Alhambra von Granada derart begeistert, dass er beschloss, Fès in Marokko zu besuchen, dem man einen ebenso üppigen Prunk nachsagte. Nur: Buchser war Christ, und Christen war es bei Todesstrafe verboten, diese muslimische Stadt zu betreten. Also suchte er sich einen sprachgewandten Diener, verkleidete sich als Chérif (Abkömmling von Mohammed) und skizzierte in Fès Strassenszenen und prächtige Gebäude.

Als Zeichner und Maler erhielt er auch einen grossen Auftrag, nämlich ein Wandgemälde für das sich damals im Bau befindliche Bundeshaus in Bern zum Thema Sezessionskrieg in Amerika zu gestalten. Er reiste übers Meer, porträtierte sowohl die Befehlshaber der Nord- und der Südstaaten und geriet immer stärker in den Bann der schwarzen Bevölkerung. Deren Ausbeutung empfand er als ungerecht, ihre Lebensfreude machte ihn glücklich. So wich er mehr und mehr vom eigentlichen Auftrag ab und malte immer öfter Schwarze. Das Bild „The Song of Mary Blane“ mit schwarzen Frauen, die einem Musikanten lauschen, empfand er als sein schönstes Meisterwerk.  Von diesem Bild entlehnte Bruno Moll, der Filmemacher aus Olten SO, denn auch den Titel seines Films, der den Spuren des malenden Frank Buchser mittels Tagebucheinträgen, Skizzen und Bildern folgt und dessen Engagement für die schwarze Bevölkerung Amerikas festhält. 

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